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Kamille als Hausmittel und Heilpflanze

Schon Mutter und Großmutter hatten dieses Kraut immer getrocknet im Haus. Mit dem Kamillendampfbad linderten sie Erkältungen. Bauchschmerzen zauberten sie mit Kamillentee fort und bei Zahnschmerzen wussten sie diese mit Kamillenblüten-Tinktur oder Kamillentee zu beseitigen.

Die Kamille kann noch viel mehr

Ihre entzündungshemmende Wirkung führt äußerlich angewendet zu einer schnelleren Wundheilung bei Verletzungen und innerlich zum schnelleren Abklingen von Beschwerden. Die Anwendung von Kamille ist leicht und für jeden zu bewerkstelligen.

Vorkommen der Kamille

Die echte Kamille, auch Chamomilla genannt, ihr genauer Name lautet Matricaria chamomilla. Sie gehört der Familie der Korbblütler an und ist in ganz Europa weit verbreitet. Sie wächst an Ackerrändern, Wegen, Feldern und Wiesen. Gesammelt und als Hausmittel oder Heilmittel kommen nur die Blüten zur Verwendung. Die Sammelzeit der Blüten beginnt im Mai und endet im Juli.

Aufgrund der starken Pestizideinsätze auf den Feldern ist es sicherer die Kamillenblüten aus der Apotheke zu kaufen und nur diese zu verwenden. Des Weiteren ist der Gehalt an den einzelnen Inhaltsstoffen höher und reiner als bei gesammelter Kamille.

Anwendungen mit der Kamille

Es gibt viele Arten Kamille als Hausmittel und Heilmittel zu verwenden. Zur äußerliche Anwendung und innerlichen Anwendung haben wir die wichtigsten Formen gesammelt.

Kamillenbad

Ein Kamillenbad benötigt circa 250 – 500 Gramm getrocknete Kamillenblüten. Die Kamillenblüten in die Badewanne geben und mit dem heißen Wasser aufgießen. Bei dieser Menge lohnt es sich mit mehreren Einweg-Teebeuteln zu arbeiten und diese während des Bades in der Badewanne zu belassen. Das heiße Wasser löst die wichtigen Stoffen aus den Kamillenblüten und sie entfalten ihre Wirksamkeit. Ein Bad von zehn bis fünfzehn Minuten hilft bei Schlafstörungen, gegen Erkältung und bei leichter Unterkühlung (nach einem Spaziergang durch Schnee oder Regen).

Kamillendampfbad

Ein großer Topf und ein großes Handtuch sind für ein Kamillenblütendampfbad unerlässlich. Circa 25 bis 50 Gramm Kamillenblüten, ein Esslöffel Thymian, ein Teelöffel Salbei und heißes Wasser komplettieren die Ausstattung. Die Kamillenblüten, den Thymian und den Salbei in den Topf geben und alles mit dem kochenden Wasser übergießen. Den Topf auf den Tisch stellen und das Handtuch Kopf und Nacken bedecken lassen. Nun inhalieren Sie den Dampf des heißen Aufgusses. Mit geschlossenem Mund einatmen und mit offenem Mund Ausatmen.

Auf diese Weise hilft der Dampf und seine Anreicherung mit den Kräutern verstopfte Nasen bei Erkältungen frei zu bekommen. Hals und Mundraum profitieren auf diese Weise ebenfalls von dem Kräuterdampf und Halsschmerzen beruhigen sich. Der Kopf wird frei und Kopfschmerzen, durch eine Erkältung bedingt, beruhigen sich. Insgesamt lassen sich Erkältungsbeschwerden gut mit einem Kamillendampfbad bekämpfen. Der Dampf lässt sich mit leichtem Anheben des Handtuchs regulieren, dies ist wichtig, da er anfangs sehr heiß ist.

Kamille hat neben der entzündungshemmenden Wirkung die Eigenschaft auch austrocknend auf Schleimhäute zu wirken. Salbei und Thymian im Kamillendampfbad verhindern das Austrocknen der Schleimhäute und unterstützen die Kamille in ihrer entzündungshemmenden und desinfizierenden Wirkung. Des Weiteren fördert Salbei ihre beruhigende Wirkung und es lohnt sich nach dem Dampfbad eine Ruhepause einzulegen.

Kamillenblütentee

Für den Aufguss einer Tasse Kamillentee reichen ein bis zwei Teelöffel auf circa 250 Milliliter Wasser aus. Für den Tee das Wasser aufkochen lassen und über die Kamillenblüten geben. Ein Tee-Ei oder handelsübliche Teebeutel erleichtern das Aufgießen, da auf diese Weise das Abseihen entfällt. Der Kamillentee benötigt circa zwei bis vier Minuten zum Ziehen. Zwei bis drei Tassen Tee pro Tag, in kleinen Schlucken und warm getrunken, reichen aus um viele Beschwerden zu beseitigen. Kamillentee wirkt entspannend, desinfizierend und beruhigend auf den Körper.

Kamillentee hilft bei einer Angina, bei Bauchschmerzen, Blähungen, Blasenproblemen, Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und leichter Migräne, Krämpfe, Menstruationsbeschwerden, Nebenhöhlenentzündungen, Nierenschmerzen, Schlafstörungen und Verdauungsproblemen.

Kamillenblüten Tinktur

Circa 100 Milliliter 70 prozentigen Alkohols und 20 bis 25 Gramm Kamillenblüten reichen für das Ansetzen einer Tinktur aus. Ein gut verschließbares Glas oder eine gut verschließbare Flasche und dunkle Fläschchen sind zum Herstellen und Aufbewahren der Tinktur notwendig.

Die Kamillenblüten in das Glas oder die Flasche geben, mit dem Alkohol aufgießen, einmal gut schütteln und dann das Gefäß verschließen. Dieses Gefäß muss vier bis sechs Wochen an einem warmen, dunklen Ort reifen. Gelegentliches Schütteln des Gefäßes verhindert Schimmelbildung und ermöglicht eine höhere Lösung der Inhaltsstoffe in den Alkohol. Nach Abschluss der Reife filtern Sie die Schwebeteilchen heraus. Ein Kaffeefilter oder ein enges Teesieb leisten dabei gute Dienste. Das Abfüllen erfolgt in dunkle Fläschchen, wodurch sich die Haltbarkeit der Tinktur erhöht und die gelösten Inhaltsstoffe länger erhalten bleiben.

Die Tinktur eignet sich bei äußerliche Anwendung zum Bekämpfen von Aphten, Ekzemen, Gicht, äußeren Hämorrhoiden, Herpes, Hexenschuss, Ischias-Schmerzen, Juckreiz, Nagelbettentzündungen und zur besseren Wundheilung.

Zur äußeren Anwendung die Tinktur auf eine Kompresse oder fusselfreies Tuch geben und die betroffenen Stellen abtupfen. Die Anwendung erfolgt bis zu dreimal täglich.

Bei der inneren Anwendung circa fünf bis zehn Tropfen in ein Wasserglas geben und mit warmem Wasser auffüllen. Mit dieser Mischung circa drei bis fünf Minuten gurgeln. Die Tinktur ist scharf und ein Anwenden über mehr als fünf Tage ist nicht zu empfehlen. Kinder und Jugendliche gurgeln besser mit Kamillenblütentee.

Bei Halsschmerzen, Zahnschmerzen und Entzündungen des Mund- und Rachenraums ist gurgeln mit Kamillenblüten Tinktur oder Kamillentee wohltuend und wirkungsvoll.

Hinweis: Bei einer bekannten Allergie gegen Korbblütler ist von einer Anwendung mit Kamille abzuraten!

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