Vegane Kosmetik ist der wachsender Beauty-Trend

Immer mehr Kosmetikprodukte werden als vegan gekennzeichnet. Aber was bedeutet das eigentlich und worauf ist beim Kauf zu achten? Ein Überblick.

Was sind vegane Kosmetikprodukte?

Gekochte Hahnenkämme, gemahlene Hufe oder zerschlagene Schildläuse – so manchen Verbraucher mag es überraschen, dass solche Dinge in handelsüblichen Cremes, Make-up-Produkten und Shampoos stecken. Aber Fakt ist: Tierische Inhaltsstoffe sind in konventioneller Kosmetik weit verbreitet. Aus Hahnenkämmen wird Hyaluron, aus Hufen Keratin und aus Schildläusen der rote Farbstoff Karmin. Und dabei bleibt es nicht, die Liste tierischer Inhaltsstoffe ist lang. Man muss kein überzeugter Veganer sein, um das unappetitlich und fragwürdig zu finden.

Vegane Kosmetik© depositphotos.com

Die vegane Kosmetik ist der neue Beauty-Trend.

Vegane Kosmetik ist eine Alternative, denn sie verzichtet bewusst auf allen Stufen des Produktionsprozesses auf Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs und leistet so einen Beitrag, um Ausbeutung und Leid von Tieren zu reduzieren. Stattdessen werden vegane Kosmetikprodukte mit Ersatzstoffen hergestellt, um die gewohnte Beschaffenheit und Funktionalität von Körperpflege- und Beautyprodukten zu gewährleisten.

Wie kann man vegane Kosmetikprodukte erkennen?

Gegenwärtig gibt es weder in Deutschland noch auf EU-Ebene rechtsverbindliche Kriterien, die vegane Kosmetik erfüllen muss. Viele Hersteller versehen ihre Produkte mit eigenen Hinweisen auf der Verpackung. Doch nicht immer stimmen diese Angaben. Deshalb ist es sinnvoll vor dem Kauf einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe zu werfen. Das kann durchaus verwirrend sein, weil oft lateinische Namen, Synonyme oder Abkürzungen verwendet werden. Erfreulicherweise gibt es einfachere Möglichkeiten als das Studieren von Zutatenlisten. Am einfachsten ist es auf Siegel zu achten. Die Veganblume von der britischen Vegan Society ist das wichtigste Prüfzeichen veganer Kosmetik und gibt Aufschluss darüber, welche Produkte ohne tierische Substanzen auskommen. Das Siegel garantiert zudem, dass für die Entwicklung und Herstellung keine Tierversuche nötig waren. Denn vegane Kosmetik ohne Siegel ist – wie konventionelle Kosmetik ebenfalls – nicht automatisch tierversuchsfrei. Besonders bequem wird das Shopping von veganen Beautyprodukten über Onlineshops, die speziell danach filtern. Eine umfangreiche Auflistung von veganen und tierversuchsfreien Kosmetika gibt es zudem auf der Webseite der Tierschutzorganisation PETA. Dort lässt sich jedoch nicht direkt einkaufen, sondern nur nachlesen.

Gibt es einen Unterschied Naturkosmetik und vegane Kosmetik?

Wichtig zu wissen ist noch, dass Naturkosmetik und vegane Kosmetik nicht das Gleiche sind. Eins vorab: Auch der Begriff Naturkosmetik ist nicht geschützt; die zwei wichtigsten Prüfzeichen sind das BDIH-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik und das NATRUE-Siegel. Doch wie der Name andeutet, setzen Hersteller von Naturkosmetika gezielt auf natürliche Inhaltsstoffe. Das schließt tierische Substanzen allerdings nicht aus. Stoffe wie etwa Honig, Karmin, Milch und Wollfett stammen aus der Natur und finden sich in zahlreichen Produkten aus dem Sortiment der Naturkosmetik. Veganer meiden diese Stoffe nicht nur bei der Ernährung, sondern auch im Beautybereich. Nach Expertenangaben enthalten etwa 30 Prozent der Naturkosmetika Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs, die restlichen 70 Prozent sind vegan. Deshalb gilt auch hier: Am besten auf die Siegel achten.

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